Der Terrain Ruggedness Index (TRI) ist ein geomorphometrisches Maß, das die Heterogenität oder Unebenheit des Geländes quantifiziert. Er berechnet für jeden Punkt die absolute Höhenänderung zu seinen direkten Nachbarpunkten. Ein hoher TRI-Wert weist auf ein raues, unebenes Gelände hin, während ein niedriger Wert eine ebene oder glatte Oberfläche anzeigt. In Verbindung mit hochauflösenden DGM1-Höhendaten ermöglicht der TRI sehr detaillierte Einblicke in die Geländebeschaffenheit. Zu den wichtigsten Anwendungsbereichen gehören:
Wichtig: Der TRI bewertet die Oberflächentextur und -heterogenität, unabhängig von der allgemeinen Hangneigung. Eine flache Ebene kann rau sein, also viele kleine Unebenheiten aufweisen, während ein steiler Hang glatt sein kann.
Der Terrain Ruggedness Index (TRI) basiert auf der Methode von Riley et al. (1999) und quantifiziert die Geländerauheit, indem er den Höhenunterschied zwischen einem zentralen Pixel und seinen acht direkten Nachbarpixeln misst. Die Formel lautet:
TRI-Algorithmus nach Riley.
Dabei ist z₀ die Höhe der zentralen Zelle und zᵢ sind die Höhe der acht umgebenden Zellen.
Ein TRI-Wert von 0 indiziert eine vollkommen ebene Fläche, bei der alle neun verglichenen Pixel die gleiche Höhe aufweisen. Mit zunehmender Rauheit und Steilheit des Geländes steigen die TRI-Werte an.
10.1 m | 10.0 m | 10.1 m |
10.0 m | 10.0 m | 10.0 m |
10.1 m | 10.0 m | 10.1 m |
TRI = 0.2 (charakterisiert ein nahezu flaches Gelände)
10.8 m | 10.9 m | 10.8 m |
10.4 m | 10.5 m | 10.4 m |
10.1 m | 10.0 m | 10.1 m |
TRI = 0.96 (charakterisiert eine leicht unebene, geneigte Fläche)
12.1 m | 12.0 m | 11.8 m |
11.9 m | 10.5 m | 9.5 m |
11.5 m | 9.1 m | 8.9 m |
TRI = 3.87 (charakterisiert eine signifikante Geländerauheit)
Beschreibung | Charakteristika und Beispiele | Lage in Deutschland |
---|---|---|
Eben bis minimal uneben |
Sehr glatte Oberflächen, kaum wahrnehmbare Höhendifferenzen.
Beispiele: Flussauen, sehr große Ackerflächen, große Parkplätze, Sportplätze, Seen/Wasseroberflächen (wenn in den DGM-Daten vorhanden). |
Elbtalaue (z.B. Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen), Teile der Lüneburger Heide (Niedersachsen), Rheinebene (z.B. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz), Bodensee-Uferbereiche (Baden-Württemberg). |
Leicht uneben / geringe Rauheit |
Leichte, aber spürbare Höhendifferenzen, fein texturiert.
Beispiele: Sanfte Hügel, Ackerflächen mit feiner Bodenbearbeitung, große Rasenflächen, leicht unebene Wege, subtile Geländewellen. |
Brandenburg (abseits der Auen), Münchner Schotterebene (Bayern), Teile des Kraichgaus (Baden-Württemberg), Niederrheinische Bucht (Nordrhein-Westfalen). |
Mäßig uneben / moderate Rauheit |
Deutlich wahrnehmbare Unebenheiten und lokale Geländeformen, anstrengend beim Begehen.
Beispiele: Waldgebiete mit moderatem Unterholz und Wurzelstöcken, kleinere Felsbrocken, leicht erodierte Bereiche, kleinere Gräben, Dämme, kleinteilige städtische Bereiche (z.B. alte Stadtkerne mit Treppen, Absätzen). |
Mittelgebirgsvorländer (z.B. Schwarzwaldrand, Harzvorland, Erzgebirgsvorland), Schwäbische Alb (Baden-Württemberg), Teile des Sauerlands (Nordrhein-Westfalen). |
Ausgeprägt uneben / hohe Rauheit |
Starke lokale Höhenunterschiede, markante Geländeformen, erfordert Trittsicherheit.
Beispiele: Gebiete mit vielen großen Felsbrocken, Blockhalden, stark erodierten Hängen, komplexes Waldgelände mit Windwürfen, kleinere felsige Aufschlüsse, ausgeprägte Gräben, Böschungen von Baugruben und kleineren Steinbrüchen. |
Sächsische Schweiz (Sachsen), Teile des Harzes (Sachsen-Anhalt, Niedersachsen), Bayerischer Wald (Bayern), Eifel (Rheinland-Pfalz). |
Extrem rau und komplex |
Maximale lokale Zerklüftung, abrupte Höhenwechsel, oft vertikale oder überhängende Formen.
Beispiele: Steile Felswände, massive Blockschuttfelder, tiefe, enge Schluchten, Klippen, aktive Steinbruchbereiche, sehr steile künstliche Abbruchkanten (Autobahnen, große Bauwerke). |
Alpen (Bayerische Alpen, z.B. Wettersteingebirge, Berchtesgadener Alpen), Große aktive Steinbrüche (bundesweit), Schluchten in Mittelgebirgen (z.B. Partnachklamm, Höllentalklamm in den Alpen, Wutachschlucht im Schwarzwald). |
Aus den Höheninformationen werden TRI-Werte errechnet. Zusätzlich definiert der Benutzer eine Farbsteuerdatei für Wertebereiche und Farben. Welche Farben und Wertebereiche sinnvoll sind, ist vom jeweiligen Anwendungsfall und von der Geländebeschaffenheit des Untersuchungsgebiets abhängig. Es empfiehlt sich, die Verteilung der TRI-Werte (z. B. über ein Histogramm) zu analysieren, um eine passende Klassifizierung zu finden. Soll ein Wertebereich nicht dargestellt werden, wählt man eine volltransparente Farbe.
TRI | RGBA | Farbe |
---|---|---|
0.00 | 173 216 230 255 |
|
0.20 | 57 176 130 255 |
|
0.40 | 104 151 0 255 |
|
0.60 | 255 195 0 255 |
|
0.80 | 255 186 0 255 |
|
1.00 | 255 177 0 255 |
|
1.20 | 255 167 0 255 |
|
1.40 | 255 132 0 255 |
|
1.60 | 255 88 0 255 |
|
1.80 | 255 44 0 255 |
|
2.00 | 255 0 0 255 |
|
2.20 | 245 0 0 255 |
|
2.40 | 235 0 0 255 |
|
2.60 | 225 0 0 255 |
|
2.80 | 215 0 0 255 |
|
3.00 | 205 0 0 255 |
|
3.20 | 195 0 0 255 |
|
3.40 | 185 0 0 255 |
|
3.60 | 168 0 0 255 |
|
3.80 | 144 0 0 255 |
|
4.00 | 120 0 0 255 |
|
4.20 | 96 0 0 255 |
|
4.40 | 72 0 0 255 |
|
4.60 | 48 0 0 255 |
|
4.80 | 24 0 0 255 |
|
5.00 | 0 0 0 255 |
|
nv | 0 0 0 0 |
|
Terrain Ruggedness Index (TRI) für eine Datenkachel am Edersee (Hessen).
Der TRI bewertet die Oberflächentextur und -heterogenität, unabhängig von der allgemeinen Hangneigung. Eine flache Ebene kann rau sein, also viele kleine Unebenheiten aufweisen, während ein steiler Hang glatt sein kann. Es gibt also keinen Zusammenhang zwischen den Abbildungen 'TRI' und 'Schummerung'. Die Abbildung der Schummerung dient einzig der Orientierung.
Schummerung für eine Datenkachel am Edersee (Hessen).
Der Terrain Ruggedness Index (TRI) und die Geländerauheit (Roughness Index, RI) sind beides geomorphometrische Maße, die die Unebenheit des Geländes quantifizieren, unterscheiden sich jedoch in der Art und Weise, wie sie diese Unebenheit erfassen und betonen.
Der Hauptunterschied liegt in ihrer Berechnungsmethode und der Art der Geländehomogenität, die sie hervorheben:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der TRI ein Maß für die durchschnittliche Variabilität der Höhen innerhalb einer lokalen Umgebung ist, das die allgemeine "Zerklüftung" oder "Textur" des Geländes anzeigt. Die Geländerauheit hingegen identifiziert die extremsten lokalen Höhenunterschiede, also scharfe Kanten, Abbrüche oder einzelne, markante Unebenheiten.
Der TRI eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen die Gesamthäufigkeit und Verteilung kleinerer bis mittlerer Unebenheiten relevant ist, und nicht nur die extremsten. Er bietet detaillierte Einblicke in die Geländebeschaffenheit, insbesondere in Verbindung mit hochauflösenden DGM1-Höhendaten.
Die Geländerauheit ist prädestiniert für Anwendungen, bei denen die Identifikation von abrupten, scharfen und potenziell gefährlichen oder hinderlichen Geländeelementen im Vordergrund steht. Sie hebt extreme lokale Höhenunterschiede hervor.
Über den Dienst Kolorierung können Farbsteuerdateien definiert, eingelesen, editiert und gespeichert werden.
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